Ziele der Sanierung

Ausgehend von der Situationsanalyse, den Zielvorstellungen der Tr√§ger √∂ffentlicher Belange, der Befragung der Schl√ľsselpersonen und den st√§dtischen Planungen und Anregungen ergaben sich f√ľr den Untersuchungsbereich “Ortskern” Friesack folgende Ziele, welche so dargestellt sind wie sie sinngem√§√ü im Oktober 1993 in der VU formuliert wurden.

  • St√§rkung der Altstadt und Konzentration auf Innenentwicklung
  • Erhalt der Zentrumsfunktion bzw. Entwicklung zum Grundzentrum
  • Beseitigung von M√§ngeln in der Bausubstanz sowie von funktionalen M√§ngel
  • Bebauung brachliegender und fehlgenutzter Fl√§chen durch bodenordnende Ma√ünahmen
  • St√§dtebauliche, gestalterische und funktionale Aufwertung
  • Steigerung der Lebensqualit√§t f√ľr Bewohner und Besucher
  • Funktionsgerechte Wiedernutzung bzw. Umnutzung erhaltenswerter Geb√§ude
  • Verbesserung der Stra√üenqualit√§t und der Umwelt- und Freifl√§chensituation
  • Steigerung der Attraktivit√§t des Zentrums als Wohnstandort
  • R√ľckgang der Bev√∂lkerung in Friesack stabilisieren bzw. verhindern
  • Erzeugung zus√§tzlicher wirtschaftlicher Impulse zur Ansiedlung zus√§tzlicher Versorgungseinrichtungen f√ľr den t√§glichen Bedarf, Dienstleistungen und Gastst√§tten
Siedlung

Friesack soll zu einem Grundzentrum entwickelt werden. Daher ist insbesondere ein ausreichendes, das Umland im Einzugsbereich ber√ľcksichtigendes, Angebot an Wohnungen, Arbeitspl√§tzen und Infrastruktureinrichtungen durch entsprechende Fl√§chenvorsorge vorzubereiten.

Die Entwicklung der Innenstadtbereiche hat oberste Priorität. Bei der schrittweisen Siedlungsentwicklung stehen Erhaltung und Sicherung der typisch kleinstädtischen, ländlichen Baustrukturen im Vordergrund. Eng damit verbunden ist die Erhaltung der historischen Wohnquartiere und Gebäude in den Bereichen Gartenstraße, Große-Kleine Schanze sowie Angerstraße. Außerdem soll eine Aufwertung und Neuzuordnung problematischer Siedlungsgebiete erfolgen, wie den Brachflächen zwischen Töpfergang / Große Schanze / Thiemannstraße und dem Bereich zwischen Berliner Straße und Gartenstraße, insbesondere zum Zentrumsbereich um Rathaus und Kirche.

Eine besondere Bedeutung kommt der Berliner Straße als Bindeglied mit dem Schwerpunkt der Einzelhandelsversorgung zu. Ziel der Maßnahme ist  es, diese Achse zu stärken und insbesondere den Übergangsbereich Hamburger Straße zum Außenbereich und den möglichen Naherholungsbereichen attraktiver zu gestalten.

Zur Sicherung der lokalen Versorgungsfunktionen ist die Durchf√ľhrung von kurz- bis mittelfristigen Sanierungsma√ünahmen in der Stadtmitte notwendig. Ergebnis sollen eine angemessene Verdichtung und eine zentrumspr√§gende Bebauung sein.

Des Weiteren sollte die Ansiedlung von weiteren Handels-, Dienstleistungs- und Infrastruktureinrichtungen erfolgen. Dies gilt f√ľr die Bereiche rund um das Rathaus, die Kirche sowie zwischen der Kreuzung Berliner Stra√üe / Berliner Allee / Vietznitzer Stra√üe / Klessener Stra√üe¬† im S√ľden und Berliner Stra√üe / Hamburger Stra√üe / Marktstra√üe / Charlottenstra√üe im Norden.

Der Bereich nördlich des kleinen Haupt- und Grenzkanals und das Scheunenviertel sind als behutsame Naherholungs- und Tourismusbereiche zu entwickeln, verbunden mit der Ansiedlung von Gastronomie und Hotels/Pensionen und der ökologisch vertretbaren Nutzung des Kanals, bei gleichzeitiger Reduzierung der störenden Umweltbelastungen (Hausbrand, Verkehrsabgase).

Wesentliches Ziel hierf√ľr ist die Schaffung von Stellpl√§tzen an den Stadteingangsbereichen, insbesondere an der Hamburger und Klessener Stra√üe. Die naturr√§umlichen Gegebenheiten sind bei der Entwicklung zu einem attraktiven Wohnstandort und Grundzentrum zu ber√ľcksichtigen.

Wohnbaupotentiale sollen im bebauten Bereich durch L√ľckenschlie√üungen, Verdichtung, Dachausbau oder Umnutzung aktiviert werden. Ansiedlungsw√ľnsche sollen nach M√∂glichkeit innerorts erf√ľllt werden und sind daher dort vorrangig zu pr√ľfen (Innenentwicklung). Au√üenentwicklung soll zun√§chst vermieden werden. Bereits bestehende Planungen zielen bereits hierauf ab (Planungen im Bereich des Ausbildungszentrums, im Bereich des Marktes und zwischen Garten- und Berliner Stra√üe ‚Äď Bebauungsplan ‚ÄúAm Anger‚Äú).

Eine Siedlungsentwicklung an der B 5 soll nur vorbereitet werden, wenn sie von der Lage oder der trennenden Wirkung von der Altstadt profitieren kann. Weitere Siedlungsentwicklungen auf der westlichen Seite der Ortsumfahrung w√ľrden eine Trennung von der Altstadt voraussichtlich verst√§rken und sich somit negativ auf diese auswirken. Es wird empfohlen, aufgrund dieser Problematik und des hohen Verdichtungspotentials in der Altstadt, eine Entwicklung westlich der B 5 nicht weiter zu verfolgen.

Die innerhalb der Wohnsiedlungsbereiche vorhandenen Gewerbebetriebe (Baustofflager, Gewächshäuser, Fuhrbetriebe, Getränkevertriebe, Werkstätten usw.) sind mittelfristig auszulagern, um Nutzungskonflikte zu verringern.

Landschaft

Die naturräumlich geprägten Strukturen im Stadtgebiet sind zu erhalten und zu betonen.

Der Niederungsbereich am Kleinen Haupt- und Grenzkanal (Bestandteil des zu renaturierenden Luches) und die zusammenh√§ngenden Waldgebiete s√ľdlich der Altstadt sind als charakteristische Landschaftselemente mit wichtigen Vernetzungsfunktionen zu erhalten und zu entwickeln. Landschaftsunvertr√§gliche Standorte sollen √ľberpr√ľft und gegebenenfalls verlagert werden.

Die Stadt soll zu einem hochwertigen Wohnstandort mit stark durchgr√ľnten Quartieren entwickelt werden. Neben der Sicherung der wenigen Alleen und strukturreichen G√§rten mit Obstb√§umen m√ľssen vorhandene Gr√ľnfl√§chen und Kleinstrukturen wie beispielsweise Pfuhle in ein zusammenh√§ngendes Gr√ľnfl√§chennetz integriert werden.

Ein weiteres Ziel der Landschaftsplanung ist die dauerhafte Sicherung der Qualit√§t des Grundwassers und die Schaffung g√ľnstiger lufthygienischer Voraussetzungen.

Der geringe Versiegelungsgrad soll erhalten bleiben und der Durchgr√ľnungsgrad innerhalb bebauter Bereiche soll gest√§rkt werden.

Nutzung / öffentliche Einrichtungen

Das Rathaus soll aufgrund der bestehenden Verteilung auf zwei Gebäude sowie aufgrund der prognostizierten Einwohnerentwicklung in Form eines Ergänzungsgebäudes erweitert werden.

Zur schwerpunktm√§√üigen Betonung des Zentrums und zur Vermeidung eines Kaufkraftabflusses, d.h. im √∂rtlichen Marktpotential beinhaltete Geldbetr√§ge, die nach au√üen abflie√üen, m√ľssen attraktive Einkaufs- und Aufenthaltsbereiche unterschiedlicher Auspr√§gung im Zentrumsbereich Friesack entstehen. Das Erlebnisangebot soll unter Ber√ľcksichtigung der Wohnfunktion erweitert werden.

Die Konkurrenzfähigkeit der Geschäfte soll durch Neuansiedlungen und Modernisierung verbessert werden, ebenso soll die Geschäftsstruktur weiterentwickelt werden. Des Weiteren soll die Anziehungskraft der Stadt Friesack durch ein verbessertes Stadtbild und die Schaffung von erlebbaren Plätzen und Freiflächen gestärkt werden. Der Erlebniswert im Innenstadtbereich soll durch die Weiterentwicklung der Aufenthaltsqualität erhöht werden.

Publikumswirksame Einrichtungen welche zur Belebung auch am Wochenende und nach Geschäftsschluss beitragen sollen erweitert bzw. im Zentrum konzentriert werden.

Der Standort in der Hauptgeschäftslage Berliner Straße soll durch die Verringerung der Verkehrsbelastung sowie ein ausreichendes Stellplatzangebot in Zentrumsnähe aufgewertet werden.

Wohnen

Zur Gewährleistung einer abgestimmten Stadtentwicklung ist es erforderlich, die Wohnfunktion in der Altstadt zu erhalten und zentrumsnahe Wohnstandorte weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch die Verbesserung der Wohnverhältnisse in den Gebäuden und ihres Wohnumfeldes.

Generell sind historische, zentrumsprägende Siedlungsbereiche zu erhalten, durch Baumängel betroffene Gebäude sollen instandgesetzt werden. Durch die Verbesserung der Bausubstanz soll auch eine Verbesserung der Wohnstandards erreicht werden.

Der Gr√ľnbestand innerhalb der stadtbildpr√§genden Wohnbereiche, insbesondere im Bereich der Berliner Stra√üe und der Markstra√üe soll ausgebaut bzw. aufgewertet werden.

Das Verdichtungspotential soll durch Einbezug angrenzender Flächen des Sanierungsgebietes (Arrondierung) aktiviert werden, insbesondere im Bereich zwischen Niederwallstraße / Berliner Straße / Klessener Straße / Gartenstraße, westlich der Gartenstraße und im Bereich zwischen Marktstraße / Poststraße / Oberwallstraße bis zur Großen Schanze.

Baul√ľckenschlie√üung, Dachausbau und Umnutzung von Brachfl√§chen bzw. leerstehenden Geb√§uden f√ľr den Wohnungsbau unter Ber√ľcksichtigung der historischen Baustruktur und der gr√ľngepr√§gten Innenh√∂fe sind ebenfalls Ziele der Stadterneuerung.

Durch die Schlie√üung von Baul√ľcken soll die Wohnfunktion im Zentrum gesichert und gest√§rkt werden. Teilweise sollen die stark √ľberbauten Hofbereiche entkernt werden, beispielsweise in den Bereichen entlang der Berliner Stra√üe, entlang der Klessener Stra√üe und entlang der Marktstra√üe.

Konflikte zwischen Wohnen und störenden Nutzungen sollen aufgelöst werden. Die störenden Einwirkungen durch den Kraftfahrzeugverkehr sollen reduziert werden, bei gleichzeitiger Verbesserung der Fuß- und Radverkehrssituation.

Durch eine Erhaltungs- und Gestaltungssatzung sollen die historischen Siedlungsbereiche langfristig gesichert werden. Dies umfasst neben der reinen Substanzverbesserung auch eine Verbesserung der Freiflächenversorgung, der Wohnumfeldqualität und der Sicherung der Versorgungsfunktion des Zentrums. Neben dem Erhalt der Mischnutzung ist der sogenannte Milieuschutz zu gewährleisten. Ein Instrument, mit dem der Anstieg des Mietensniveaus gebremst werden soll.

Objektsanierung hat Vorrang vor Flächensanierung, wo immer möglich soll kein Abriss erfolgen.

Zusatzbedarf an Wohneinheiten

Es ist ein maximaler Ansatz von 500 WE bis 2010 als Entwicklungsperspektive zu betrachten. Er kann und sollte ausschließlich durch Verdichtung gedeckt werden. So wird ebenfalls einer Zersiedelung vorgebeugt.

Gewerbe, Handel und Dienstleistungen

Das √ľbergeordnete Ziel f√ľr die Entwicklung des Zentrums besteht in der Funktion als Handels- und Dienstleistungsschwerpunkt, Standort f√ľr vertr√§gliche Kleingewerbenutzung und Wohnstandort einerseits und in der Entwicklung von Gemeinbedarfs- und kulturellen Einrichtungen zur Unterst√ľtzung der stadttypischen Mischstruktur und der Attraktivit√§tssteigerung andererseits.

Es soll der bestehende Anteil an Gewerbebetrieben erhalten und erweitert werden. Weitere verträgliche Betriebe sollen neu angesiedelt werden.

St√∂rende Betriebe sollen zur Konfliktvermeidung mittel- bis langfristig aus der Altstadt ausgelagert werden. Hierf√ľr bieten sich Fl√§chen westlich der B5 an.

Die zentrale Versorgungsfunktion der Stadt f√ľr Handel und Dienstleistungen ist im Bereich Berliner Stra√üe / Hamburger Stra√üe / Marktstra√üe und Klessener Stra√üe zu erhalten und wesentlich zu st√§rken.

Die Ansiedlung kleiner und mittlerer Handwerks-, Handels-  und Dienstleistungsbetriebe ist innerstädtisch zu fördern, um besonders das Angebot an Grundleistungen zu komplettieren und einen attraktiven Branchenmix in Verbindung mit gesunder wirtschaftlicher Konkurrenz zu entwickeln.

Der Bildungsbereich sollte aufgrund vorhandener Fachkräfte, der Standorte und der vorhandenen Traditionen als Wirtschaftsfaktor entwickelt werden.

Auf die Ansiedlung größerer Industriebetriebe und großflächiger Einzelhandelsbetriebe sollte im Interesse der vorangegangenen Entwicklungsziele verzichtet werden.

Soziale Infrastruktur

Die Zielsetzung f√ľr den gesamten Bereich der sozialen Infrastruktur soll in der Bestandssicherung, der Verbesserung der Ausstattung sowie in der Erg√§nzung bisher nicht vorhandener bzw. weggefallener sozialer Gemeinbedarfseinrichtungen liegen. Vorhandene Kinderkrippen- und Kindergartenpl√§tze sind abzusichern, neue attraktive Kinderspielpl√§tze sollen geschaffen werden. Des Weiteren soll die medizinische Versorgung gew√§hrleistet werden.

Das Angebot an sozialen Einrichtungen, insbesondere f√ľr Senioren, soll verbessert werden. Die Bedeutung als Bildungszentrum √ľber den Amtsbereich hinaus soll gest√ľtzt werden.

Die Verbindung des Schulzentrums mit der Altstadt soll  durch neue Fuß- und Radwegeverbindungen verbessert werden.

Kulturelle Infrastruktur

Der Kulturbereich sollte im Zusammenhang mit dem Tourismus/Fremdenverkehr in Zukunft einen wichtigen Stadtentwicklungsschwerpunkt bilden.¬† Zur effektiven Ausnutzung verschiedener Angebote sollten der fremdenverkehrsbezogene und der gemeindliche Kulturbereich aufeinander abgestimmt werden. Erweiterungen und Erg√§nzungen der kulturellen Infrastruktur sollten durch Reaktivierung und Umnutzung vorhandener Potentiale durchgef√ľhrt werden.

Vorrangiges Ziel ist die Schaffung entsprechender R√§umlichkeiten f√ľr ein kulturelles Zentrum, beispielsweise in einem B√ľrgerzentrum oder in Verbindung mit Fremdenverkehrseinrichtungen.

Fremdenverkehr / Freizeit und Erholung

Der Wochenendtourismus bietet Potentiale f√ľr den behutsamen Wiederaufbau eines Fremdenverkehrswesens. Den Schwerpunkt der Fremdenverkehrsentwicklung bildet (unter Ber√ľcksichtigung der vorhandenen Wohnbebauung) der Bereich der Hamburger Stra√üe n√∂rdlich des Kleinen Haupt- und Grenzkanals und gegebenenfalls auch am Bahnhof und im √∂stlichen Bereich des Scheunenviertels.

Die Landschaft soll unter Ber√ľcksichtigung der sensiblen Landschaftsr√§ume in intensiv und behutsam zu nutzende Freizeit- und Erholungsbereiche gegliedert werden.¬† Intensiv genutzte Einrichtungen sollen an bestehenden Attraktionspunkten konzentriert werden.

Es soll ein zentraler Gr√ľnzug (auch als Erg√§nzung zum Radwanderwegenetz) entwickelt werden, vorrangig entlang des Kleinen Haupt- und Grenzkanals. Die vorhandenen Gr√ľn- und Freifl√§chen in der Ortslage sind zu sichern und attraktiver zu gestalten sowie in ein zusammenh√§ngendes Gr√ľnfl√§chennetz zu integrieren.

Das Kultur- und Unterhaltungsangebot f√ľr Einwohner und Touristen soll verbessert werden. Des Weiteren soll das Angebot an Gastst√§tten, Caf√©s, Hotels/Pensionen im Wesentlichen im Bereich der Marktstra√üe und n√∂rdlich des Kleinen Haupt- und Grenzkanals und ggf. im √∂stlichen Teil des Scheunenviertels erweitert bzw. verbessert werden.

Ein weiteres Ziel ist die Errichtung von Ferienwohnungen, Zweitwohnsitzen bzw. Altersruhesitzen.

Das Zentrum soll durch weitgehende Verkehrsberuhigung und Sammelparkplätze an den Eingangsbereichen zur Altstadt verkehrlich entlastet werden.

Verkehr

Die wesentliche Zielsetzung der Verkehrsentwicklung ist die Herstellung einer attraktiven Ausgestaltung des Stadtzentrums sowie die Ordnung des ruhenden Verkehrs. Dies beinhaltet die Entlastung von störendem Parksuchverkehr im Zentrum und die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Allgemein soll die Aufenthaltsqualität der Straßenräume soll verbessert werden. Größtmögliche Entlastung bei Sicherung der Erschließung des Stadtzentrums und der Schulbereiche bieten Sammelparkplätze an den Eingangsbereichen zur Altstadt sowie Verkehrsberuhigungsmaßnahmen.

Ein weiteres Ziel ist der Ausbau des Fu√ü- und Radwegeangebots, vor allem im Umfeld der Altstadt und an der Verbindungsachse zwischen Altstadt und Schulbereich. Des Weiteren soll der Altbaumbestand an Stra√üen gesch√ľtzt werden. Trennwirkungen durch Verkehrsfl√§chen sollen vermieden werden. Fu√üg√§ngerzonen und verkehrsberuhigte Bereiche sollen das Zentrum aufwerten. Die Ortseinfahrten sollen verkehrsberuhigt und gestalterisch aufgewertet werden, vor allem an der Einm√ľndung Klessener Stra√üe/B5 und Hamburger Stra√üe. Historische Stra√üenr√§ume in der Altstadt sollen erhalten bzw. wiederhergestellt werden.

Ver- und Entsorgung

Hauptziele im Bereich der Ver- und Entsorgung sind, neben der Sicherung der bestehenden Versorgung, in erster Linie auch die Verbesserung der Umweltsituation (Luftbelastung durch Hausbrand, Gewässerbelastung durch mangelhafte Entsorgungssysteme).

Ziel ist die Entwicklung eines Energiekonzeptes. Die Energieversorgung der Stadt soll damit langfristig gesichert und angepasst werden (Gas als Primärenergieversorgung). Das Konzept sollte auch Wärmeschutzmaßnahmen an Gebäuden zur Energieeinsparung beinhalten, da dadurch von Energieeinsparpotentialen ausgegangen wird.

Trinkwasser                    

Es sollen die restlichen bislang nicht an das Trinkwassernetz angeschlossenen Haushalte (ca. 10 %) im Rahmen von Kanalisationsarbeiten, Verlegung von Leitungstrassen oder Straßenbaumaßnahmen angeschlossen werden.

Schmutzwasser

Die Abwasserbeseitigung, welche zu 50-65 % in Sammelgruben erfolgt, stellt eines der Hauptprobleme in Friesack und somit auch des Untersuchungsbereiches dar. Ziele sind der z√ľgige Ausbau eines Trennkanalisationssystems (Schmutz/Regenwasser), der Anschluss aller Einleiter an das Abwassernetz und der Ausbau entsprechender Kl√§ranlagenkapazit√§ten.

Niederschlagswasser

F√ľr die Behandlung des Niederschlagswassers wird vorgeschlagen, Dachfl√§chenwasser zur√ľckzuhalten und Niederschlagswasser von Stra√üen und H√∂fen usw. zu sammeln und dem Vorfluter gereinigt zuzuf√ľhren.

Gr√ľn- und Freifl√§chen

Ziel der Landschaftsplanung ist es, auch im besiedelten Bereich Lebensm√∂glichkeiten f√ľr wildwachsende Farn- und Bl√ľtenpflanzen sowie f√ľr wildlebende Tiere sicherzustellen. Dabei soll auch die naturnahe Gestaltung und Pflege von Hausg√§rten ber√ľcksichtigt werden.

Ein Biotopschutzkonzept ist ebenfalls wichtiges Ziel f√ľr die Entwicklung Friesacks als attraktiver Wohnstandort.

Es sollen mehr √∂ffentliche ‚Äúgr√ľne‚Äú Bereiche geschaffen werden, welche eine hohe Aufenthalts- und Erlebnisqualit√§t sowie eine vielf√§ltige, landschaftstypische Vegetation, vor allem im Zentrum, aufweisen. Park- und Stellpl√§tze sollen mit Laubgeh√∂lzen und Hecken begr√ľnt werden. Spielplatzfl√§chen sollen,¬† unter Ber√ľcksichtigung unterschiedlicher Nutzungsm√∂glichkeiten, neu angelegt bzw. ausgebaut werden. Gro√üfl√§chige Bodenversiegelungen und landschaftsuntypische Bepflanzungen sind zu vermeiden.¬† Des Weiteren ist ein wesentliches Ziel die Umnutzung bzw. Umstrukturierung der vormals landwirtschaftlich genutzten Geb√§ude aufgrund der perspektivlosen agrarstrukturellen Gesamtsituation.

Ortsbild

Die Altstadt soll in Ihrer Gesamtheit entsprechend gestaltet werden, um das Erscheinungsbild und den Erlebniswert zu verbessern. Dieses Ziel beinhaltet die Integration des Untersuchungsbereiches in das gesamtst√§dtische Gef√ľge durch entsprechende vertr√§gliche Nutzungen bzw. die verbindende Gestaltung durch Gr√ľnfl√§chen. Das Stra√üenbild soll durch Baul√ľckenschlie√üung und durch die Wiederherstellung fehlender Raumkanten verbessert werden.

Bez√ľglich der Bestandsbebauung sind die Sicherung und Weiterentwicklung stadtbildpr√§gender Geb√§ude, Ensembles und Elemente, die R√ľckbildung bzw. der Umbau historischer, durch An- und Umbau verfremdeter Geb√§ude, die abgestimmte Um- bzw. Neugestaltung st√§dtebaulich ungeordneter Bereiche bzw. stadtbilduntypischer Bauk√∂rper und Fassaden als Zielsetzung zu nennen.

Die gestalterische Einbindung bestehender und neu anzulegender Park- bzw. Stellpl√§tze sowie die Entwicklung eines abgestimmten ortstypischen Gestaltungskanons f√ľr Neu- und Umbauten von Geb√§uden sowie f√ľr Stra√üen und Wege sollen unter strengen denkmalpflegerischen Gesichtspunkten stattfinden.

Soziale Verhältnisse / Bevölkerung

Nur eine gezielte Neuansiedlung von Wohnbev√∂lkerung und der Ausbau des Grundzentrums sowie die St√§rkung des Schulstandortes wird den prognostizierten Bev√∂lkerungsverlust korrigierend entgegenwirken k√∂nnen und mittelfristig zu einem leichten Bev√∂lkerungsanstieg f√ľhren k√∂nnen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass mittel- bis langfristig nur mit einem positiven Bevölkerungssaldo zu rechnen ist, wenn der Wohnwert durch die Erreichung der zuvor beschriebenen Sanierungsziele erhöht wird:

  • Ausbau der lokalen Versorgungsfunktionen im Bereich Handel, Dienstleistungen und Infrastruktur;
  • Attraktivierung des kulturellen Angebotes;
  • Attraktivierung und Ausbau der Naherholungs- und Fremdenverkehrsfunktion unter Ber√ľcksichtigung des Landschaftspotentials;
  • Sanierung der vorhandenen Bausubstanz;
  • Ausbau und St√§rkung des Schulzentrums;
  • Erschlie√üung von neuen Wohngebieten im Zentrum der Stadt;
  • Konsolidierung und Erweiterung der Gewerbeentwicklung, insbesondere vor dem Hintergrund zus√§tzlicher Dienstleistungsarbeitspl√§tze im Tourismusbereich
Fortschreibung der Sanierungsziele 2003

Durch die Fortschreibung wurden die grundsätzlichen Sanierungsziele aus der VU nicht geändert.

Die Wohnungsnachfrage f√§llt geringer aus als in der VU prognostiziert, es gibt keinen Bev√∂lkerungszuwachs, der Wohnungsneubau erforderlich machen w√ľrde.

Das Verkehrsaufkommen ist innerorts so stark zur√ľckgegangen, dass die 1993 formulierten Ziele zum Verkehr, insbesondere die Schaffung von Querungsm√∂glichkeiten f√ľr Fu√üg√§nger und die Neugestaltung von Einm√ľndungsbereichen, durch den Verkehrsr√ľckgang entbehrlich geworden sind.

Dar√ľber hinaus gab es kleinteilige Anpassungen bezogen auf Teilbereiche/Grundst√ľcke, beispielsweise bei der Bebauungsdichte. Au√üerdem beziehen sich einige Ziele der VU auf Bl√∂cke bzw. Fl√§chen die nicht im sp√§ter festgelegten Sanierungsgebiet liegen. Dies betrifft insbesondere das Scheunenviertel, welches mit der Verkleinerung der Gebietskulisse hinf√§llig geworden sind.